Versicherungen

Das Kurzzeitkennzeichen

Sie können mit einem Kurzzeitkennzeichen einmalige Prüfungs-, Probe- und Überführungsfahrten durchführen. Das Kurzzeitkennzeichen hat eine Gültigkeitsdauer von maximal fünf Tagen und kann für jede Kraftfahrzeug-Klasse beantragt werden. Der Ablauftag wird auf dem Kennzeichen durch drei untereinander gelistete Zahlen am rechten Rand eingeprägt (Tag, Monat und Jahr) und ist farblich gelb gekennzeichnet.

Ab April 2015 erfolgt eine maßgebliche Veränderung für die Ausgabe eines Kurzeitkennzeichens, denn das Kraftfahrzeug muss ab dann über eine gültige Hauptuntersuchung verfügen. Im Folgenden erfahren Sie, was genau geändert wurde, welche Ausnahmefälle es noch gibt und was die Gründe für diese umfassende Neuregelung sind.

Änderungen zum Kurzzeitkennzeichen
Die Regeln für die Zuteilung eines Kurzzeitkennzeichens ändern sich im April 2015. Ab dann reicht die schriftliche Bestätigung über die Verkehrssicherheit des Kraftfahrzeuges nicht mehr aus. Das Kennzeichen wird nur noch vergeben, wenn folgende Punkte erfüllt sind:

  • das Kraftfahrzeug ist den Zulassungsbehörden bekannt
  • eine gültige Hauptuntersuchung oder Sicherheitsprüfung (bei Nutzfahrzeugen) wird nachgewiesen
  • das Kraftfahrzeug wird in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 konkret bezeichnet

Nur in folgenden Ausnahmefällen kann das Kennzeichen ohne gültige Hauptuntersuchung genutzt werden:

  • für Hin- und Rückfahrten zu einer Prüfstelle im Zulassungsbezirk, in dem das Kurzzeitkennzeichen vergeben wurde
  • für Werkstattfahrten im Zulassungsbezirk, der das Kennzeichen ausgestellt hat oder einem angrenzenden Bezirk, um die festgestellten Mängel zu beseitigen (Diese Regelung gilt nicht für verkehrsunsicher eingestufte Fahrzeuge)

Kurzzeitkennzeichen – Gründe für die verschärfte Regelung
Begründet wird die Verschärfung bei der Ausgabe der Kurzzeitkennzeichen durch den angestiegenen Missbrauch. Bisher wurden die Fahrzeuge in keinem Register gespeichert, wodurch eine unrechtmäßige Weitergabe der Kennzeichen theoretisch möglich war. Ab jetzt wird jedes Kennzeichen einem konkreten Fahrzeug zugeteilt. Weiterhin konnte bisher nicht ausgeschlossen werden, dass nur verkehrsunsichere Fahrzeuge mit einem Kurzzeitkennzeichen bewegt wurden. Durch den Nachweis über die gültige Hauptuntersuchung  entfällt auch diese Sicherheitslücke.

Für sehr viele Fahrzeughalter verliert das Kurzzeitkennzeichen durch die Veränderungen seinen Reiz, denn es wurde oft von Oldtimerliebhabern oder Tunern für Überführungsfahrten von Fahrzeugen ohne gültige Hauptuntersuchung verwendet. Das wird jedoch  zukünftig nicht mehr möglich sein und wahrscheinlich geht auch die Nutzung des Kennzeichens mit der Neuregelung stark zurück.

Erforderliche Antragsunterlagen für das Kurzzeitkennzeichen
Sie können ein Kurzzeitkennzeichen bei der Kfz-Zulassungsstelle beantragen. Dafür müssen Sie folgende Unterlagen vorlegen:

gültiger Personalausweis oder Reisepass mit aktueller Meldebestätigung
bei Vertretung eine schriftliche Vollmacht des Fahrzeughalters und zusätzlich Personalausweis oder Reisepass mit aktueller Meldebestätigung des Bevollmächtigten

bei Firmen:

  • natürliche Personen: Gewerbeanmeldung
  • juristische Personen: Gewerbeanmeldung und Handelsregisterauszug
  • Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR): Gesellschaftervertrag und Vollmacht der zeichnungsberechtigten Personen laut Vertrag

bei Minderjährigen: zusätzlich schriftliche Vollmacht beider Erziehungsberechtigter sowie deren Personalausweise

  • Angabe des Verwendungszweckes und der Fahrzeugart
  • Versicherungsbestätigung für ein Kurzzeitkennzeichen
  • Nachweis über die gültige HU (außer für die genannten Ausnahmefälle)

Kosten für ein Kurzzeitkennzeichen
Die Kosten für die Zuteilung liegen je nach Kfz-Zulassungsstelle um die 10 Euro. Dazu fallen je nach Schildermacher ca. 20 bis 30 Euro für das Schilderpaar an. Für die Ausstellung ist das Vorzeigen der Versicherungsbestätigungskarte vorgeschrieben.

Fragen und Antworten zur Zuteilung von Kurzzeitkennzeichen

Kurzzeitkennzeichen werden seit dem 1. April 2015 zugeteilt, wenn

  • das Fahrzeug den Zulassungsbehörden bekannt ist,
  • eine gültige Hauptuntersuchung (HU)/Sicherheitsprüfung (SP) nachgewiesen wird und
  • das Fahrzeug im Fahrzeugschein konkret bezeichnet wird.

Fahrten ohne Hauptuntersuchung sind nach der neuen Regelung in folgenden Fällen möglich:

  • bis zu einer Prüfstelle im Zulassungsbezirk, der das Kennzeichen ausgestellt hat. Ebenso Rückfahrten.
  • zur unmittelbaren Reparatur festgestellter erheblicher oder geringer Mängel in einer nächstgelegenen Werkstatt im Zulassungsbezirk, der das Kennzeichen ausgestellt hat oder in einem angrenzenden Bezirk und zurück. Dies gilt nicht für Fahrzeuge, die bei der Überprüfung als verkehrsunsicher eingestuft wurden.

Welche Voraussetzungen müssen seit dem 1. April 2015 erfüllt sein, um ein Kurzzeitkennzeichen zu bekommen?
Ein Kurzzeitkennzeichen wird nach der neuen Regelung einem konkreten Fahrzeug zugeteilt, wenn dieses Fahrzeug einem genehmigten Typ entspricht oder eine Einzelgenehmigung erteilt ist und das Fahrzeug versichert ist. Außerdem muss eine gültige Hauptuntersuchung und ggf. Sicherheitsprüfung (je nach Fahrzeugart) bestehen.

Was ist, wenn das Fahrzeug nicht einem genehmigten Typ entspricht oder keine Einzelgenehmigung erteilt ist?
Dann dürfen nur Fahrten, die im Zusammenhang mit der Erlangung einer neuen Betriebserlaubnis stehen, zur nächstgelegen Begutachtungsstelle im Bezirk der Zulassungsbehörde, die das Kennzeichen zugeteilt hat oder in einem angrenzenden Bezirk, durchgeführt werden.

Mein Fahrzeug hat keine gültige Hauptuntersuchung. Kann ich trotzdem ein Kurzzeitkennzeichen bekommen?
Fahrten ohne Hauptuntersuchung sind auch nach der neuen Regelung möglich, jedoch nur bis zu einer Prüfstelle im Zulassungsbezirk, der das Kennzeichen ausgestellt hat.

Was passiert, wenn mein Fahrzeug die Hauptuntersuchung nicht besteht? Darf ich dann mit dem Kurzzeitkennzeichen wieder zurück fahren oder eine Werkstatt aufsuchen?
Ja. Eine Rückfahrt ist möglich im Rahmen der in Frage 3 bereits genannten örtlichen Einschränkung.

Darüber hinaus wird es möglich sein, Fahrten zur unmittelbaren Reparatur festgestellter erheblicher oder geringer Mängel in einer nächstgelegenen geeigneten Einrichtung im Zulassungsbezirk, der das Kennzeichen ausgestellt hat, oder einem angrenzenden Bezirk und zurück durchzuführen.

Auf Fahrzeuge, die als verkehrsunsicher eingestuft wurden, findet diese Ausnahme jedoch keine Anwendung.

Gibt es weitere Beschränkungen zur Nutzung des Kurzzeitkennzeichens?
Ja. Das Kurzzeitkennzeichen darf nur für Probe- oder Überführungsfahrten unter Beachtung der im Fahrzeugschein eingetragenen Beschränkungen genutzt werden. Durch den zukünftig vorliegenden Fahrzeugbezug kann das Kurzzeitkennzeichen außerdem nicht mehr an einem anderen Fahrzeug verwendet werden.

Nach Ablauf der Gültigkeit des Kurzzeitkennzeichens darf das Fahrzeug auf öffentlichen Straßen nicht mehr in Betrieb gesetzt werden.

Was ist der Grund für die Änderung?
Der Missbrauch von Kurzzeitkennzeichen ist in der Vergangenheit stark angestiegen. So ist eine Zunahme des Handels mit Kurzzeitkennzeichen festzustellen. Das gegenwärtige System der Zuteilung von Kurzzeitkennzeichen hat dadurch, dass die betreffenden Fahrzeuge in keinem Fahrzeugregister gespeichert werden, keinerlei Möglichkeiten, eventuellen Fahrzeugverschiebungen entgegenzuwirken. Durch Weiterverkauf der Kennzeichen ist die Feststellung des jeweiligen Halters anhand des Registereintrags nicht möglich.

Die fehlende Voraussetzung von Typ- bzw. Einzelgenehmigung und Hauptuntersuchung bzw. Sicherheitsprüfung lässt das Inverkehrbringen verkehrsunsicherer Fahrzeuge zu. Schließlich muss der jeweilige Versicherer des Kennzeichens auch für Unfälle im Ausland eintreten, wenn mit Fahrzeugen zur Verbringung zwischen anderen Staaten Unfälle verursacht werden, d. h. für Nutzungszwecke, die ursprünglich gar nicht vorgesehen waren.

Gelten für Händlerkennzeichen (rote 06er-Schilder) die neuen Beschränkungen ebenfalls?
Nein. Kraftfahrzeughersteller, Kraftfahrzeugteilehersteller, Kraftfahrzeugwerkstätten und Kraftfahrzeughändler, denen ein rotes Kennzeichen (sog. Händlerkennzeichen) zugeteilt werden kann, unterliegen aber erhöhten Anforderungen insbesondere hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit.


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