Versicherungen

Insassenunfallversicherung – braucht man die wirklich?

Für die Folgen eines Unfalls mit einem Kraftfahrzeug kann man auf verschiedene Art und Weise vorsorgen. Gerne wird von den  Versicherungsgesellschaften die Insassenunfallversicherung angeboten. Grundsätzlich macht diese Versicherung zwat Sinn, doch werden Schäden in vielen Fällen durch andere Versicherungen bereits abgedeckt. Wir möchten Ihnen zeigen, wann die Insassenunfallversicherung nichts nutzt und wann sie sinnvoll ist.

Was leistet die Insassenunfallversicherung?

In der Insassenunfallversicherung ist eine Leistung dann vorgesehen, wenn Insassen des eigenen Kraftfahrzeugs bei einem Unfall verletzt werden. Auch die Vereinbarung einer Todesfallleistung oder eines Tagegeldes bei Arbeitsunfähigkeit oder Krankenhausaufenthalt ist möglich. Diese Versicherung lässt sich bezüglich der Versicherten unterschiedlich ausgestalten. Es müssen also nicht etwa nach einemn Pauschalsystem alle Insassen versichert sein, sondern es können auch Personen namentlich genannt werden oder nur bestimmte Sitzplätze versichert sein.

Zwar werden Personenschäden auch von der Kfz-Haftpflichtversicherung eines Unfallgegners erfasst, aber von dieser erhalten Sie nur die konkret angefallenen Schäden ersetzt. Es handelt sich dabei zum Beispiel um gerichtlich festgestellte Schmerzensgeldansprüche, die von der Kfz-Haftpflichtversicherung getragen werden können.

Allerdings handelt es sich bei der Kfz-Haftpflichtversicherung um eine sogenannte Schadenversicherung. Eine Leistung in Höhe einer festen Versicherungssumme erhalten Sie daher nicht. Bei einer Krankenversicherung, die Ihnen etwaige Behandlungskosten ersetzt, werden diese auch nur in der tatsächlich anfallenden Höhe getragen.

Mit welcher Leistung können Sie bei der Insassenunfallversicherung rechnen?
Auf der anderen Seite bestimmt sich die Leistung der Insassenunfallversicherung nach einer Gliedertaxe, die anteilig einen bestimmten Prozentsatz der Versicherungssumme für jedes betroffene Körperteil festsetzt. Jedoch gelten bei mehreren Fahrzeuginsassen zusätzliche Regeln. Im sog. Pauschalsystem in dem alle Insassen versichert sind, erhöht sich die Versicherungssumme ab dem zweiten Insassen ohne Zusatzbeitrag um 50 Prozent.

Im Leistungsfall werden beim Unfall die erhöhte Versicherungssumme durch die Insassen geteilt. Waren zum Beispiel beim Unfall vier Insassen im Fahrzeug und verlor einer dieser Insassen bei dem Unfall den Daumen (20%), so bedeutet dies bei einer ursprünglichen Versicherungssumme von 100.000 Euro eine Versicherungsleistung von 7.500 Euro.

Wie wird das berechnet?
Die auf 150.000 Euro erhöhte Versicherungssumme wird durch die Anzahl der Personen geteilt. Daher stehen pro Insasse höchstens 37.500 Euro zur Verfügung. 20% von 37.500 Euro ergibt 7.500 Euro. Daraus resultiert auch die Schwierigkeit, eine angemessene Versicherungssumme zu kalkulieren. Dies ist bei einer herkömmlichen Unfallversicherung anders, bei der nur die im Vertrag genannten versicherten Personen berechtigt sind, Leistungen zu erhalten.

Insassenunfall- und Kfz-Haftpflicht: Wo ist die Lücke?
Die Kosten für die Behandlung als unfallverursachender Fahrer werden von der Kfz-Haftpflichtversicherung nicht übernommen, nur die Behandlungskosten Ihrer Mitfahrer, das gilt auch für Familienangehörige. Ihnen entstehen bezüglich der Kfz-Haftpflichtversicherung keine Nachteile, wenn etwaige Schäden über diese Versicherung abgerechnet werden.

Eine Rückstufung ist nur davon abhängig, ob überhaupt Versicherungsleistungen gezahlt werden, aber nicht davon, wer die Ansprüche stellt. Stellt Ihr Unfallgegner Ansprüche an die Kfz-Haftpflichtversicherung, kommt es zu einer Rückstufung.

Eine Kfz-Haftpflichtversicherung müssen Sie abschließen, daher bleiben Sie als Fahrer der Hauptprofiteur einer Kfz-Unfall- oder Insassenunfallversicherung. Achten Sie deshalb darauf, welche Leistungen die Versicherung für Sie als Fahrer bietet. Viele Versicherer wissen um die Versorgungslücke, die dem Fahrer ohne separate Unfallversicherung droht, und bieten Unfallversicherungen an, die beispielsweise durch eine erhöhte Invaliditätsleitung auf ihn ausgerichtet sind.

Wenn Sie sich doch entschließen, eine Kfz-Unfallversicherung abzuschließen, achten Sie in erster Linie darauf, dass Sie als Fahrer gut abgesichert sind. Einige Versicherer bieten eine spezielle Fahrer-Unfallversicherung an. Diese ist als Schadenversicherung konzipiert und bemisst die Leistung an den konkret für den Verletzten anfallenden Kosten.

Diese Variante ist als Ergänzung zur Kfz-Haftpflichtversicherung gedacht – beachten Sie allerdings, dass diese, anders als die herkömmliche Unfallversicherung, nur leistet, wenn Sie während des Unfalls hinter dem Steuer saßen.

Unser Tipp: Nahezu alle Schäden, die Sie und Ihre Mitfahrer erleiden, werden von anderen Versicherungsformen erfasst. Insbesondere Kfz-Haftpflicht-, Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherungen decken große Teile des Leistungsspektrums einer Insassenunfallversicherung ab. Wir halten die Insassen-Unfallversicherung deshalb für verzichtbar, wie einige anderen Policen auch. Lediglich bei Auslandsreisen kann ein Abschluss sinnvoll sein, da sie den Differenzbetrag zu einer ausländischen Kfz-Haftpflichtversicherung tragen kann.

Möchten Sie Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung sinnvoll ergänzen, und sich selbst besser absichern, so sollten Sie uns beauftragen Ihnen das passende Angebot zu unterbreiten.

Ihr persönlicher FAD24 Berater ist gerne für Sie da. Sie möchten sich mit der InsassenUnfallversicherung optimal absichern, haben noch offene Fragen oder brauchen weitere Informationen? Wir beraten Sie gerne persönlich! Wenden Sie sich einfach an einen unserer kompetenten Berater in unserem Kerpener Büro.

Insassenunfallversicherung – braucht man die wirklich?