Versicherungen

Gesetzliche Krankenkasse : Private Krankenversicherung

Welche der beiden passt besser zu Ihnen? Engpässe in der Gesetzlichen Krankenkasse (GKV) und steigende Beiträge in der Private Krankenversicherung (PKV) machen viele Patienten nervös, Wir wollen Ihnen helfen zu einer Entscheidung zu kommen. Diese Hilfe ersetzt natürlich kein persönliches Beratungsagespräch.

Unsere Tipps sollten Sie bei einem Kassenwechsel beachten.
Dank positiver Tarifabschlüsse und Gehaltserhöhungen kommt so mancher Arbeitnehmer über die Versicherungspflichtgrenze von 4.575,00 Euro brutto. Soll man dann freiwillig gesetzlich krankenversichert bleiben oder in die Private wechseln? Auch Beamte können sich entscheiden. Doch der Wechsel in die private Krankenversicherung sollte gründlich überlegt werden, da es in den meisten Fällen nicht mehr möglich ist, später wieder in die Gesetzliche zurück zu wechseln.

Gesundheitsprüfung
Grundsätzlich können sich die Privaten Krankenversicherungen ihre Kunden aussuchen, außer im Basistarif, denn bevor Sie die  Versicherungspolice bekommen ist eine Gesundheitsprüfung erforderlich, sogar auch im Basistarif. Wer Vorerkrankungen hat, muss in der PKV Zuschläge zahlen (nicht im Basistarif) und die Kinder sowie nicht erwerbstätige Ehepartner benötigen eigene Versicherungspolicen. Die Gesetzlichen Krankenkassen müssen dagegen jeden aufnehmen, egal wie krank er ist und die Kinder sowie der nicht berufstätige Ehepartner werden beitragsfrei mitversichert. Diese Kosten tragen die anderen Versicherten aud der Versicherterrngemeinschaft mit.

Beitragsberechnung
Bei den Gesetzlichen Krankenkasse zahlt ein Angestellter 8,2 Prozent seines Einkommens, den Rest übernimmt der Arbeitgeber. Wer mehr als 4.125,00 Euro brutto verdient, zahlt als Angestellter den Höchstbeitrag von gut 338 Euro pro Monat, als Selbständiger von rund 615 Euro im Monat.

Bei den Privaten Krankenversicherung ist der Beitrag dagegen unabhängig vom Einkommen und für jede Person wird ein eigener Vertrag mit spezifischen Leistungen und einem individuellen Beitrag abgeschlossen. Junge und gesunde Versicherte zahlen deshalb bei den privaten Krankenversicherern anfangs deutlich weniger als bei den gesetzlichen Krankenkassen.

Beitragssteigerungen
Doch im Laufe der Jahre wandelt sich dieses Bild. Nach unseren Erfahrungen steigen die Beiträge der privaten Krankenversicherungen nach und nach an. Natürlich ziehen auch die Beitragssätze der gesetzlichen Krankenassen an. Jedoch ein Langzeitvergleich zeigt, dass deren Erhöhungen bislang moderater ausfielen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung ermittelte in einer Langzeitstudie zwischen den Jahren 1985 und 2005 Beitragserhöhungen von insgesamt 131 Prozent bei den gesetzlichen und 202 Prozent bei den privaten Anbietern.

Renteneintritt
Da ältere Menschen in der Regel mehr medizinische Leistungen benötigen als jüngere, bilden die privaten Krankenversicherer individuelle Altersrückstellungen, die die Beiträge auch im Alter noch bezahlbar halten. Ob diese Rechnung tatsächlich aufgeht? Denn aktuell zahlen nicht wenige privat versicherte Senioren monatlich rund 800 Euro – die bei einer kleinen Altersrente kaum noch zu zahlen sind.

Wer das 55. Lebensjahr erreicht hat, für den gibt es keine Möglichkeit mehr, wieder in die gesetzliche Krankenkasse zu wechseln. Es bleibt lediglich die Möglichkeit, in einen preiswerteren Tarif zu wechseln, was oft mit Leistungskürzungen und/oder einer höheren Selbstbeteiligung im Krankheitsfall verbunden ist.

Der im Jahre 2009 eingeführte Basistarif ändert nichts daran: Er kostet derzeit mit über 600 Euro monatlich mehr als so mancher reguläre und bessere Tarif. Nach Angaben der PKV wäre er dennoch nicht kostendeckend. Bei gesetzlich versicherten Senioren sieht die Sache dagegen erheblich positiver aus: Wer in der zweiten Hälfte seines Berufslebens mindestens 90 Prozent der Zeit gesetzlich versichert war, ist als Rentner in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert.

Das bedeutet, dass bei nicht berufstätigen Rentnern nur die Höhe der gesetzlichen Rente sowie etwaige Betriebsrenten zur Berechnung des Einkommens herangezogen werden. Andere Einnahmequellen, etwa die vermietete Wohnung bleiben außen vor. Für die Rente vom Gesetzgeber zahlt der pflichtversicherte Senior derzeit 8,2 Prozent Krankenversicherung, auf die Betriebsrente 15,5 Prozent. Besonders für Rentner, die nur eine geringe gesetzliche Rente bekommen, ist die Krankenkasse im Alter dann unschlagbar preiswert.

Aber Aufgepasst! Wenn man zwischendurch längere Zeit privat versichert war und danach wieder in die Gesetzliche Krankenkasse wechselt, gilt das nicht. In diesem Fall wird das gesamte Einkommen, also auch Mieteinnahmen oder die private Rentenversicherung zur Berechnung des Beitrags herangezogen. Dann zahlt der freiwillig versicherte Rentner 8,2 Prozent auf seine gesetzliche Rente, 15,5 Prozent auf seine Betriebsrente sowie 14,9 Prozent auf seine sonstigen beitragspflichtigen Einnahmen, maximal bis zur Beitragsbemessungsgrenze. In vielen Fällen ist das aber immer noch deutlich weniger als bei einem privaten Anbieter.

Leistungsumfang
Neben dem Preis spielt natürlich auch die Frage der Gegenleistung eine Rolle bei der Entscheidung. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt alle Leistungen, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in den Leistungskatalog aufgenommen hat. Die private Krankenversicherung hingegen kennt keinen Erlaubnisvorbehalt für ihre Leistungen. Das bedeutet: Eine Innovation muss nicht erst von einem Gremium wie dem Gemeinsame Bundesausschuss als wirksam und wirtschaftlich anerkannt werden, damit die Krankenversicherung diese Behandlung bezahlt. Privatpatienten werden also besser versorgt!

Wir, die in unserer mehr als 35-jährigen Tätigkeit als eigenständige Versicherungsmakler schon sehr viele Verträge von Mandanten geprüft haben, sehen das nicht immer so. Sowohl die gesetzliche Krankenkasse als auch die private Krankenversicherung zahlen grundsätzlich das medizinisch Notwendige. Zwar finanzieren die Privaten tatsächlich öfter die eine oder andere Leistung mehr, etwa eine Brille, bessere Medikamente oder einen Heilpraktiker.

Leistungseinschränkungen
Angesichts des demographischen Wandels, der steigenden Lebenserwartung und des medizinischen Fortschritts kann sich jeder schon heute auf steigende Gesundheitskosten einstellen. Doch diese Entwicklung betreffen sowohl die gesetzlichen als auch die privaten Anbieter. Ob es bei den Gesetzlichen in Zukunft tatsächlich zu noch mehr Leistungsbeschränkungen oder höheren Zuzahlungen kommt, bleibt abzuwarten.

Der PKV-Verband erklärt dazu: Die private Krankenversicherung garantiert einen lebenslangen Versicherungsschutz in Höhe des vertraglich vereinbarten Leistungsumfangs. Leistungskürzungen sind ausgeschlossen. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch: Was nicht vereinbart ist, muss auch nicht bezahlt werden. Privatpatient – das klingt nach, schnellen Terminen und Vorzugsbehandlung. Eine im März 2011 im Auftrag des BKK Bundesverbandes durchgeführte repräsentative Befragung ergab tatsächlich: Gesetzlich Versicherte warten durchschnittlich sechs Tage länger auf einen Termin als Privatpatienten, sie erhielten auch erheblich häufiger gar keinen Termin bei einem gewünschten Facharzt. Privatversicherte zahlen für viele medizinische Leistungen höhere Honorare als gesetzlich Versicherte. Wenn wundert es da, wenn einige Ärzte zu gut zahlenden Privatpatienten besonders nett sind? Die medizinische Fachkompetenz ändert sich dadurch nicht. Schließlich ist es meist derselbe Arzt.

Kostenrisiko
Gesetzlich Versicherte tragen kein Kostenrisiko. Mit Vorlage der Versichertenkarte sind die Behandlungen abgedeckt. Privatpatienten dagegen müssen ihren Arzt zunächst aus eigener Tasche bezahlen. Anschließend erstattet die Versicherung den ausgelegten Betrag. Aus unserer Praxis können wir jedoch sagen, dass die Zahlungsfristen meist bei sechs bis acht Wochen liegen, in der Zwischenzeit hat die Private längst das Geld überwiesen und der Patient muss keinen Cent vorlegen.

Nach Angaben des PKV haben verschiedene Erhebungen mehrerer Markt- und Meinungsforschungsinstitute Institute sehr hohe Kundenzufriedenheits-Werte von weit über 90 Prozent ermittelt. Die Beschwerdequote beim Ombudsmann sei dagegen mit 0,015 Prozent sehr niedrig.

Faktencheck GKV und PKV

Zwei Systeme im Wandel? Aktuell stehen gesetzliche Krankenkasse (GKV) und private Krankenversicherung (PKV) ergänzend nebeneinander. Fünf Fragen und Antworten rund um GKV und PKV.

Ist es grundsätzlich gerechtfertigt, zwei Systeme nebeneinander zu haben?
Für die Versicherten ist diese Dualität von großem Vorteil. Durch den Wettbewerb ist es möglich, medizinisch das Beste anzubieten. Die Versicherten fühlen sich in beiden Bereichen rundum gut betreut. Von den Leistungen der PKV profitieren auch die gesetzlich Versicherten - beispielsweise werden medizinische Geräte in Praxen oder Kliniken mitfinanziert. Kehren nicht viele Mitglieder der PKV den Rücken? Es ist genau umgekehrt: Es wechseln mehr von der GKV in die PKV. Inzwischen sind 11,3% aller Bürger privat krankenvollversichert - Fünf Jahre zuvor waren es 10,7%.

Ist die Kritik an branchenweiten Beitragserhöhungen gerechtfertigt?
In der GKV gibt es auch Beitragserhöhungen, nur werden sie da kaum thematisiert. So wurde der Beitragssatz Anfang 2011 auf 15,5% erhöht. Allein das war schon ein Anstieg um 4%. Auch wenn die Beitragsbemessungsgrenze erhöht wird, bedeutet das wieder eine Steigerung. Und man darf nicht vergessen, dass bei jeder Gehaltserhöhung, bei jedem Tarifabschluss die GKV automatisch durch Mehreinnahmen profitiert. Die PKV fordert die Beitragserhöhungen hingegen selbst ein - das wird stärker thematisiert.

Stellen die Gesundheitsprüfungen der PKV eine "Rosinen-Pickerei" dar?
Eine "gesunde" Versicherung ist auf ein ausgeglichenes, heterogenes Versichertenkollektiv angewiesen. Ohne Ausgleich unterschiedlicher Risiken kann eine Versicherung - die GKV genauso wenig wie die PKV - nicht funktionieren. In der GKV kommt es zu diesem Ausgleich, da ihr alle Risiken - auch junge und gesunde Versicherte - durch die gesetzliche Versicherungspflicht zugewiesen werden. Dort, wo der privaten Krankenversicherung ein vollständiges, heterogenes Kollektiv zugewiesen wird, lehnt sie niemanden ab (Beispiel: freiwilliger Kontrahierungszwang bei den Beihilfeberechtigten). Nur dort, wo Missbrauch droht, muss die PKV auf eine Gesundheitsprüfung zurückgreifen. Gäbe es jederzeit eine Aufnahmepflicht im höherwertigen Tarif, bestünde der fatale Anreiz, sich dort erst im Krankheitsfall abzusichern. Eine Risikomischung käme so nicht zu Stande.

Inwieweit stellt die demografische Entwicklung ein Problem dar?
Der demografische Wandel hat zwei Ausprägungen: Zum einen werden die Menschen älter - die Lebenserwartung steigt. Zum anderen verändert sich das Verhältnis von Erwerbstätigen zu Rentnern. Es gibt immer mehr Rentner und immer weniger Erwerbstätige. Bis ins Jahr 2050 wächst Deutschland in eine 1:1-Situation hinein. Problematisch ist vor allem das im demografischen Wandel zunehmende Missverhältnis zwischen Erwerbstätigen und Rentnern. Diese Änderung der Bevölkerungsstruktur ist ausschließlich für die GKV ein Finanzierungsproblem - und zwar im doppelten Sinne: In der Umlage müssen auf der Ausgabenseite immer mehr Rentner von immer weniger Erwerbstätigen "versorgt" werden. Gleichzeitig sinken auf der Einnahmenseite die Beiträge, weil immer mehr Menschen in das Rentenalter mit vergleichsweise niedrigeren Einkommen hineinwachsen. Die einkommensabhängigen GKV-Beiträge werden dann zusätzlich zum Problem.

Schafft die Bürgerversicherung die "Zwei-Klassen-Medizin" ab?
Das Gegenteil ist der Fall: Viele ausländische Beispiele zeigen, dass sich gerade in Systemen mit staatlicher Einheitsversorgung ein "grauer Markt" bildet, auf dem sich die Wohlhabenden besondere Arzt- und Krankenhausleistungen einkaufen. Dagegen sichern in Deutschland GKV und PKV zusammen ein qualitativ hochwertiges System mit einem gemeinsamen Versorgungsangebot für alle Versicherten – also das Gegenteil einer "Zwei-Klassen-Medizin". Leistungsvergleich PKV - GKV Mindestens 80 % der PKV-Tarife bieten deutlich mehr Leistungen als die GKV: etwa beim Zahnersatz, bei Brillen, bei rezeptfreien Arzneimitteln, beim Auslandskrankenschutz und generell bei der Honorierung ärztlicher Leistungen ohne Budgetgrenzen wie in der GKV. Die Privatversicherten haben auf den bei Vertragsabschluss vereinbarten Leistungsumfang einen Rechtsanspruch. Er kann weder vom Unternehmen eingeschränkt werden noch kann die Politik Einfluss darauf nehmen. Anders in der GKV: Hier kann der Leistungsanspruch durch politische Reformen jederzeit verändert werden. Die Privatversicherten können selbst über den gewünschten Leistungsumfang ihres Vertrages entscheiden: vom Grundschutz bis zum Spitzenschutz.

Ihr persönlicher FAD24 Berater ist immer für Sie da. Sie möchten sich mit der privaten Krankenversicherung individuell nach Ihrem Bedarf absichern, haben noch offene Fragen oder brauchen weitere Informationen? Wir beraten Sie gerne persönlich! Wenden Sie sich einfach an einen unserer kompetenten Berater in unserem Kerpener Büro.